english text

english

zip Datei

zip

Pressemitteilung

Startseite

Startseite

Pressebilder

Bildmaterial

Download Pressebilder

Download

Fußgängerklappbrücke über den Vegesacker Hafen
Städtebauliche Einbindung
Gestaltung des Ortes

Vegesack ist durch den Bau der neuen Fußgängerklappbrücke um eine Attraktion reicher geworden. Dort ist eine maritime Meile entstanden in deren Mittelpunkt die älteste Hafenanlage Bremens liegt. Anstelle der vor vierzig Jahren abgerissenen Drehbrücke ist jetzt eine neue Fußgängerklappbrücke gebaut worden. Aufsehen erregend für Laien und Fachleute ist dieses Bauwerk wegen seiner neuartigen Öffnungsmechanik die im DesignLabor Bremerhaven für den Auftraggeber Stadtentwicklung Vegesack (STAVE) entwickelt wurde. Die Idee, eine echte technische Innovation, konnte nur in enger Kooperation mit renommierten Experten im Brückenbau umgesetzt werden. Zwei Berliner Ingenieurbüros standen als kompetente Partner zur Verfügung. Geschaffen wurde mit einem zukunftsweisenden Bauwerk an historischer Stelle eine Verbindung zwischen Werftengelände, Museumshafen und maritimem Naherhohlungsgebiet. Die Brücke erhebt sich in steil aufragender Architektur über den Hafen und ist weithin als Wahrzeichen des Ortes sichtbar. Für Tourisn gibt es damit einen Grund mehr, Bremen Vegesack zu besuchen. Und viele werden bis in die Abendstunden verweilen, denn schon jetzt erzählt man sich in den Restaurants und Kneipen am Vegesacker Hafen, daß die Brücke bei abendlicher Beleuchtung einen ganz
 besonderen Anblick bietet.

Die Konstruktion der Brücke
In eleganter Linie schwingt sich die Fußgängerklappbrücke mit einer Spannweite von 42 Metern über den Hafen. Sie besteht aus einem Kragarm, der neun Meter von einer Seite über das Hafenbecken ragt, einem Pylon und einer geteilten Brückenklappe. Ihr Kern aber ist eine bisher unbekannte Klappmechanik. Die Elemente selbst sind gängige und bewährte Bauteile aus dem konventionellen Brückenbau. Auch für die Gelenke wurden handelsübliche Normteile aus dem Kranbau verwandt. Die Kinetik nutzt das aus dem Maschinenbau bekannte Kniehebelprinzip, das im Brückenbau bislang noch keine Verwendung fand. Der Pylon wird zur Öffnung der Brücke bewegt. Eine Seilwinde hebt dann den mittleren Brückenteil, der uferseitige Teil senkt sich und wirkt als integriertes Gegengewicht. Dank dieses neuartig angewendeten Prinzips kann auf spezielle Gegengewichte verzichtet werden, der Energieaufwand zur Bewegung der Brücke kann erheblich reduziert werden. Der Verlauf in einer großen Welle verbessert zusätzlich die Hebelverhältnisse. Am &Oumfnungspunkt liegt der Scheitel der Wölbung, im Bereich des Pylons senkt sich die Linie auf ihren tiefsten Punkt. So ist die Ästhetik der Brücke aus ihren Funktionsprinzipien entwickelt. Der innovativen Mechanik folgt die ungewöhnliche Asymmetrie. Sie verleiht ihr ästhetische Spannkraft und gibt ihr zugleich Richtung. Die hohe Präsenz der Brücke bereits in geschlossenem Zustand entsteht nicht zuletzt aus ihrer schwungvollen Wölbung, die optisch dem Durchhängen entgegenwirkt. Im Brückenverlauf wechselt das Material von Beton in Stahl und wieder in Beton. Dabei bleibt die großzügige Linie und weiträumige Schwingung ungebrochen. Für die besondere Kinetik ist bis auf zwei Gelenke nichts zusätzlich nötig. Dank des durchdachten Entwurfs und hervorragender Ingenieursleistungen waren nur wenige Pfahlgründungen im Wasser für den Pylon nötig. Die Eleganz der Brücke ist aus allen Perspektiven wahrzunehmen. Die Integration der Beleuchtung in den Wartungskanal erlaubt die Ausleuchtung der gesamten Brücke, so daß die Schöheit des Bauwerks im abendlichen Vegesack besonders in Erscheinung tritt. Bei Nacht wird die Brücke weithin sichtbar bleiben dank einer Vielzahl kleiner Leuchten. Fußgänger gelangen in der Dunkelheit über einen Lichtteppich auf die andere Seite des Hafens.
 Zum Schutz des Fundaments und des feststehenden Kragarms wurde eine spezielle Schlengelanlage entworfen, die mit dynamischer Kraftaufnahme ihre Funktion erfüllt. Die Elemente der schwimmenden Schlengelanlage, die nur an ihren Enden durch je eine in die Hafensole gerammte Dalbe gehalten wird, sind durch elastische Federgelenke miteinander verbunden. Ein Schiffsstoß wird so weich gefedert abgefangen. Auch hier galten die Prinzipien der Reduktion auf das funktionale Minimum und ästhetische Leichtigkeit.

 Technische Daten

Brückenkorpus
bewegliche Klappe
Schlepplatte
Pylon
Kragarm
Seilantrieb
Widerlager, Gründung
Schlengelanlage
Elemente
Stoßlast
Schiffahrtsprofil


Sicherheiten

Daten
18,2 m Länge, ca. 28 t Gewicht
10,4 m Länge, ca. 17 t Gewicht
20,0 m Länge, ca. 18 t Gewicht
15,4 m Länge, ca. 29 t Gewicht
mit 2 Seilen von je 40mm Stärke
Stahlbeton mit Fundamenten auf Pfählen

Daten
schwimmende Fachwerkelemente mit elastischen Federgelenken, ca. 2 mal 26 t Gewicht
ertragbare Schiffsstoßlast ca. 50 t bei 3 Knoten Fahrt
12,0 m lichte Öffnung

Daten

High Tec Steuerungsanlage mit möglicher Fernbedienung
Systemüberwachung per Modemleitung
hydraulisch mitfahrende Bremse, die die Klappe in jedem Zustand halten kann
Windmesser mit Verbindung zur Steuerungsanlage
Wasserstandsmesser mit Verbindung zur Steuerungsanlage
Überlastregler im Seilantrieb

Ein Zeichen für die Innovationskraft im Land Bremen

Zum Bau eines zukunftsweisenden Bauwerks ist der Wille entscheidend, ein wirklich besonderes Bauwerk schaffen zu wollen. Visionen für eine lebendige und moderne Stadtentwicklung galt es für Bremen Vegesack zu entwickeln. Mit einem wirklich besonderen Bauwerk soll dem Ort etwas einmaliges gegeben werden. Und da war es kein Wunder, daß die Stadtentwicklung Vegesack sich nicht mit einem traditionellen Entwurf für das Hafengelände zufrieden geben wollte. Gebeten wurde dann das DesignLabor Bremerhaven, bekannt als Denkfabrik für Innovationen, einen Vorschlag zu unterbreiten. Junge Designer des Bremerhavener Teams machten sich an die Arbeit und entwickelten Entwürfe. Die Idee von Bernhard Dietz, die die Grundlage für das am 14.05.2000 eingeweihte Bauwerk ist, erschien nicht jedem Ingenieur auf Anhieb umsetzungsfähig. Erst ein Gutachten vom Büro Arup, bekannt durch die Zusammenarbeit mit bekannten Architekten wie Norman Foster, brachte Gewißheit. Als Brückenbauexperte konnte zusätzlich das Büro Prof. Franz-Josef Hbers ebenfalls aus Berlin gewonnen werden. Schritt für Schritt wurde die Idee realisierungsreif. Eine sehr enge und fruchtbare Zusammenarbeit begann, bei der Benjamin Pfister aus dem DesignLabor die gestalterische Oberleitung behielt und das Büro Hilbers Statik und Bauleitung zu leisten hatte.
 
weitere Informationen
DesignLabor Bremerhaven
Anne Havliza

Entwurf
DesignLabor Bremerhaven
Bernhard Dietz

Ausarbeitung und gestalterische Oberleitung
DesignLabor Bremerhaven
Benjamin Pfister

Ingenieurplanung
Prof.Dr.-Ing. Hilbers Ingenieurgesellschaft mbH, Berlin
Dr. Franz Josef Hilbers und Sandrine Knothe
Bewegungsgeometrie
Objekt- und Detailplanung
Ausführungsplanung
Bauleitung

Arup GmbH, Berlin
Standsicherheitsnachweis

Noell Stahl- und Maschinenbau GmbH, Würzburg
Ausführung Stahlbrücke inkl. Maschinenbau und Steuerungsanlage

Rogge Stahl- und Maschinenbau GmbH, Bremerhaven
Schlengelanlage

August Prien GmbH, Bremen
Tiefbauten

STAVE, Stadtentwicklung Vegesack GmbH
Auftraggeber

Startseite

Startseite

Pressebilder

Bildmaterial

Download Pressebilder

Download